Kapitel 12: Gestaltungsprinzipien für Benutzungsschnittstellen

Aufgabe 12.2: Robustheit gegen Benutzungsfehler

Für die Nutzung von Kontoführungsterminals und Kontoauszugsdruckern in den Filialen einer Sparkasse muss zur Identifikation des Kunden eine Sparkassenkontokarte eingeführt werden.

  • Welche Prüfungen muss das System unmittelbar nach dem Einschieben einer Karte durchführen?
  • Welche Fehler können dabei festgestellt werden?
  • Formulieren Sie aussagekräftige Meldungen für diese Fehler und geben Sie an, welche Aktionsmöglichkeiten die Meldungen dem Benutzer anbieten sollen.

Lösung

Das Terminal versucht, den Magnetstreifen oder den Chip der eingegebenen Karte zu lesen. Wenn dies nicht möglich ist, sind zwei Ursachen denkbar: Die Karte wurde falsch eingelegt oder die Karte ist beschädigt. Normalerweise kann das Terminal diese beiden Fälle unterscheiden. Daher sind folgende Fehlermeldungen sinnvoll:

  • „Bitte legen Sie Ihre Karte mit dem Magnetstreifen unten rechts ein.“ oder ähnlich

Eine derartige Meldung erscheint, wenn das Lesegerät den Magnetstreifen / den Chip nicht findet (Karte falsch eingelegt, Karte ohne Magnetstreifen / Chip oder total zerstörter Magnetstreifen / Chip).

  • „Ihre Karte ist beschädigt. Bitte melden Sie sich damit am Schalter.“

Diese Meldung erscheint, wenn der Magnetstreifen / der Chip lokalisiert werden kann, aber nicht lesbar ist.

Ein dritter möglicher Fehlerfall liegt vor, wenn eine Karte eingelegt wurde, die zwar vollständig lesbar ist, jedoch nicht zur Sparkasse gehört (z. B. Karte einer anderen Bank, Kopierkarte, Codekarte für Zugangskontrolle etc.). Dann sollte gemeldet werden: 

  • „Die eingelegte Karte ist keine Sparkassenkarte.“

Wenn die Karte richtig eingelegt wurde und vollständig lesbar ist, kann der Dialog fortgesetzt werden (Überprüfung der Gültigkeit, Eingabe der PIN etc.).

Alle Meldungen erlauben nur die Bestätigung (OK). Diese kann auch entfallen, weil das Entfernen der Karte als Bestätigung wirken kann.