Kapitel 10: Ein- und Ausgabe räumlicher Daten

Aufgabe 10.3: Visualisierung von Architekturentwürfen

Ein Architekt möchte seinen Kunden verschiedene Entwürfe möglichst anschaulich vorführen, ohne dafür in üblicher Weise handwerklich Modelle zu erstellen. Die Entwürfe liegen stattdessen als dreidimensionale Modelle im Computer vor.

  • Mit welchen Geräten lassen sich die Modelle möglichst realistisch und angenehm für die Bauherren darstellen?
  • Mit welchen Geräten können die Bauherren möglichst einfach mit den Modellen interagieren?

Lösung

Grundsätzlich können Architekturmodelle mit allen Verfahren stereoskopischer Anzeigen visualisiert werden. Allerdings sollten Lernaufwand und physische Belastungen möglichst klein gehalten werden. Daher sind HMDs in diesem Nutzungskontext nicht zu empfehlen. Autostereoskopische Displays haben den Vorteil, dass sie ohne jede weitere Technik betrachtet werden können, allerdings in der Regel nur von einer Person. Häufig sind es aber mehrere Personen, die ein Bauwerk in Auftrag geben. Zur Darstellung der Modelle für mehrere Personen bieten sich große Displays oder Projektionen zur Betrachtung mit Farbanaglyphenbrille, Polarisationsbrille oder Shutter-Brille an. Im vorgesehenen Nutzungskontext sind alle drei Techniken aus ergonomischer Sicht nahezu gleichwertig, so dass hier nach Verfügbarkeit einer integrierten Lösung, nach Preis oder nach persönliche Präferenzen entschieden werden kann. Obwohl die Farbanaglyphentechnik eine bewährte Lösung ist, haftet ihr leicht etwas Unseriöses an, so dass vermutlich eher die anderen beiden Techniken gewählt werden.

Die Bauherren benötigen eine Steuerung zur Festlegung der Position, von der aus auf das Modell geschaut werden soll, und der Richtung, in der auf das Modell geschaut wird. Hier kann sehr gut eine 3D-Maus mit sechs Freiheitsgraden eingesetzt werden.